Unsere Stellungnahme zum Ratsentscheid in Monheim
Die Entscheidung des Rates der Stadt Monheim am Rhein, das Bauleitplanverfahren für den Bayer 04 Campus nicht einzuleiten, respektiere ich selbstverständlich. Demokratie lebt von unterschiedlichen Auffassungen und von Mehrheiten.
Trotzdem bleibt bei mir ein Gefühl zurück: Wir haben eine große Chance für unsere Region ungenutzt gelassen.
Denn entschieden wurde nicht über den Bau des Campus. Es wurde lediglich entschieden, das notwendige Planungsverfahren gar nicht erst zu eröffnen. Genau dieses Verfahren hätte die Möglichkeit geschaffen, alle Argumente sorgfältig und transparent zu prüfen – gemeinsam mit Fachbehörden, Bürgerinnen und Bürgern sowie allen beteiligten Institutionen.
Eine Planung, die sich weiterentwickelt hat
Bayer 04 hat die ursprünglichen Pläne nicht einfach verteidigt, sondern spürbar weiterentwickelt. Die Fläche wurde verkleinert, Trainingsplätze reduziert, mehr Abstand zur Wohnbebauung geschaffen und zusätzliche Maßnahmen für Natur- und Landschaftsschutz aufgenommen.
Das zeigt: Kritik wurde ernst genommen und Verbesserungen umgesetzt.
Gerade deshalb hätte diese Planung aus meiner Sicht eine faire und ergebnisoffene Prüfung verdient gehabt.
Es geht um weit mehr als Fußball
Der Bayer 04 Campus ist kein Prestigeprojekt. Er ist eine Investition in die Zukunft unserer Region.
Mit dem Ausbau der A1 fallen bestehende Trainingsflächen weg. Gleichzeitig gehört Bayer 04 zu den wichtigsten Aushängeschildern Leverkusens – sportlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Der Verein schafft Arbeitsplätze, bildet junge Menschen aus und trägt den Namen unserer Stadt weit über die Region hinaus.
Deshalb betrifft dieses Projekt nicht nur Leverkusen oder Monheim. Es betrifft die Zukunft einer ganzen Region.
Chancen, die wir im Blick behalten sollten
Der Campus hätte vollständig privat finanziert werden sollen. Geplant waren rund 150 neue Arbeitsplätze, zusätzliche Wertschöpfung für regionale Unternehmen, Investitionen in nachhaltige Energieversorgung sowie neue Angebote für Schulen, Vereine und den Breitensport.
Natürlich müssen Natur-, Klima- und Artenschutz sorgfältig berücksichtigt werden. Genau dafür gibt es Planungsverfahren. Dort werden Gutachten geprüft, Interessen gegeneinander abgewogen und Lösungen entwickelt.
Diese Möglichkeit haben wir uns nun genommen.
Jetzt ist die Zeit für neue Gespräche
Für mich ist die Entscheidung deshalb kein Schlusspunkt.
Gerade jetzt brauchen wir weniger Konfrontation und mehr Dialog. Die vergangenen Monate haben gezeigt, wie unterschiedlich die Perspektiven sind. Umso wichtiger ist es, wieder miteinander statt übereinander zu sprechen.
Als CDU-Fraktion Leverkusen stehen wir bereit, diesen Dialog aktiv mitzugestalten. Wir möchten Brücken bauen, Verantwortung übernehmen und dazu beitragen, dass alle Beteiligten wieder an einen Tisch kommen.
Unsere Region lebt von gemeinsamen Lösungen
Ich bin fest davon überzeugt: Große Herausforderungen lassen sich nur gemeinsam lösen. Wer Verantwortung trägt, sollte Chancen nicht vorschnell aufgeben, sondern Wege suchen, sie möglich zu machen.
Die heutige Entscheidung mag das Verfahren gestoppt haben. Sie darf aber nicht den Willen beenden, gemeinsam nach einer tragfähigen Lösung zu suchen.
Unsere Region hat das Potenzial, Zukunft zu gestalten. Lassen wir uns diese Zuversicht nicht nehmen.


