Wer in Leverkusen mit dem Auto unterwegs ist, kennt das Gefühl: Man biegt in eine Straße ein und steht plötzlich vor einer Baustelle, von der man nichts wusste. Umleitungsschilder, die zu spät kommen. Staus, die sich hätten vermeiden lassen. Und die Frage, die sich viele Bürgerinnen und Bürger stellen: Warum weiß eigentlich niemand so richtig, was wo gebaut wird?
Genau an diesem Punkt setzt eine Neuerung an, die die Stadt Leverkusen kürzlich vorgestellt hat – und die ich ausdrücklich begrüße.
Was sich ändert
Ab sofort sind Baustellen mit wesentlicher Verkehrsbedeutung im Leverkusener Stadtgebiet im „Traffic Information Center“ (TIC) einsehbar, dem landesweiten Baustelleninformationssystem von NRW. Das System bündelt Daten zu verkehrlich relevanten Baumaßnahmen in ganz Nordrhein-Westfalen – nicht nur städtische Baustellen, sondern auch die der Autobahn GmbH und des Landesbetriebs Straßen.NRW werden dort visualisiert.
Für Leverkusen bedeutet das: Wer sich informieren möchte, findet künftig an einer zentralen Stelle Angaben zu Beginn und geplantem Ende einer Baustelle, zur Art der Arbeiten und zu empfohlenen Umleitungen. Das Portal ist über die städtische Website unter leverkusen.de/service/verkehrsinfo erreichbar, ergänzend zur bisherigen Baustellenliste im PDF-Format.
Besonders praktisch: Die Informationen werden auch über mobile Endgeräte wie Navigationsgeräte ausgespielt – rechtzeitig, bevor man tatsächlich in der Baustelle steht.
Warum das mehr ist als eine technische Randnotiz
Man könnte das als kleine Verwaltungsmeldung abtun. Ich sehe darin mehr: einen Baustein für eine moderne, bürgernahe Stadtverwaltung, die endlich dort ankommt, wo die Menschen sie brauchen – im Alltag.
Als CDU-Fraktion setzen wir uns seit Jahren dafür ein, dass Leverkusen bei der Digitalisierung nicht hinterherhinkt, sondern vorangeht. Verkehrsinformationen gehören zu den Themen, die jede Leverkusenerin und jeden Leverkusener direkt betreffen – ob auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder zum Einkaufen. Wenn wir hier durch bessere Information Staus vermeiden, Umwege ersparen und Planungssicherheit schaffen, ist das gelebte Bürgerfreundlichkeit.
Auch für den Wirtschaftsverkehr und die Logistikbranche, die für den Chemiestandort Leverkusen von zentraler Bedeutung sind, ist eine verlässliche und aktuelle Datengrundlage ein handfester Standortvorteil.
Was jetzt noch fehlt
Bei aller Freude über diesen Schritt bleibt eine Einschränkung, die man offen ansprechen muss: Die Nutzung des Systems ist für Kommunen derzeit noch freiwillig. Erst ab dem 1. Januar 2027 wird die Eintragung verpflichtend – für Kommunen, Land und Bund gleichermaßen.
Das ist aus meiner Sicht zu spät. Eine gute Idee sollte nicht erst dann konsequent umgesetzt werden, wenn eine gesetzliche Pflicht dazu zwingt. Als CDU-Fraktion werden wir uns im Rat und in den zuständigen Ausschüssen dafür einsetzen, dass die Verwaltung die Eintragung sämtlicher relevanter Baumaßnahmen in Leverkusen zügig und vollständig vorantreibt – und nicht erst kurz vor Ablauf der Übergangsfrist.
Denn: Ein System ist nur so gut wie die Daten, die tatsächlich darin stehen. Wenn nur ein Teil der Baustellen erfasst wird, bleibt der Nutzen für die Bürgerinnen und Bürger halbherzig.
Unsere Position als CDU-Fraktion
Wir unterstützen die Einführung des Baustelleninformationssystems ausdrücklich als richtigen und überfälligen Schritt hin zu mehr Transparenz und einer modernen Verwaltung. Gleichzeitig fordern wir:
- Vollständige und zeitnahe Eintragung aller verkehrsrelevanten Baumaßnahmen im Stadtgebiet, unabhängig von der gesetzlichen Frist 2027.
- Aktive Bewerbung des Angebots, damit möglichst viele Leverkusenerinnen und Leverkusener das neue Portal auch tatsächlich kennen und nutzen.
- Regelmäßige Qualitätskontrolle der eingepflegten Daten, damit Angaben zu Bauzeiten und Umleitungen verlässlich bleiben.
- Prüfung weiterer digitaler Bürgerservices nach diesem Vorbild – die Baustelleninformation kann ein Blaupause für andere Verwaltungsbereiche sein.
Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein. Sie muss den Alltag der Menschen konkret erleichtern. Das TIC-System hat das Potenzial dazu – jetzt kommt es auf die konsequente Umsetzung an.
Weitere Informationen zum Baustelleninformationssystem finden Sie unter leverkusen.de/service/verkehrsinfo.
Haben Sie Fragen oder Anregungen zu diesem oder anderen kommunalpolitischen Themen? Schreiben Sie mir gerne.


